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Ev. Kirchengemeinde Ober-Lais mit Filiale Glashütten
Pfarrerin Kerstin Hillgärtner
Unter-Laiser Str. 31
63667 Nidda/Ober-Lais
Tel.: 06043/3273
Mail: kirche.oberlais
t-online.de
Büro: Do 9-12 Uhr
Zwecks Archiveinsicht in alte Kirchenbücher wenden Sie sich bitte an das Archiv in Darmstadt. (Gesetzliche Regelung)
Internet: www.ekhn.de
Der Bau der Evangelischen Kirche wurde 1957 begonnen und endete mit der Einweihung 1958. Vor dem Bau der Glashütter und der Ober-Laiser Kirche diente die aus dem 12. Jahrhundert stammende Johanniterkirche in Unter-Lais den beiden Gemeinden als Gotteshaus.
Aufgrund der aktuellen Strukturreform wurde 2005 die Pfarrstelle in Ober-Lais, mit der Glashütten kirchengemeindlich seit Jahrhunderten verbunden ist, gestrichen. Nun bildet diese Kirchengemeinde mit Wallernhausen und Fauerbach eine pfarramtliche Verbindung. Pfarramtlich ist Pfarrerin Beate Henke (Wallernhausen) für Glashütten zuständig, während Pfarrerin Kerstin Hillgärtner diese Gemeinde in ihrem Seelsorgebereich betreut.
Von Erich Engel, Glashütten 12.02.2007.
Bilder 40 Jahr Feier.
Quelle: Bilder von den Rohbauarbeiten, Grundsteinlegung und Einweihung, 25 und 40 Jahrfeier. 15.06.2008
Seit 1187 wurden die Gläubigen der Gemarkung Glashütten von der Johanniter-Kirche in Unter-Lais betreut. Die seit 1666 wieder geführten Kirchenbücher erwähnen, dass auch Glashütten mit den Höfen Igelhausen und Streithain dem kirchlichen Verband Wallernhausen angehörten. Im Jahr 1628 fand für die zur Pfarrei Wallernhausen gehörigen Ober-Lais und Glashütten eine Visitation in Unter-Lais statt, da in Wallernhausen kurz zuvor die Pest ausgebrochen war. Im Examen bestanden die "Jungen" (Leute) gut, die "Alten" wurden gescholten. Es waren aber viele, die den Katechismus kannten. Am 21. Juni 1854 wurde die Pfarrei Ober-Lais selbständig. Es wurde festgelegt, dass der Pfarrer alle 14 Tage nachmittags in Glashütten zu predigen hatte. Der erste Gottesdienst in Glashütten wurde am 20. Sonntag nach Trinitatis, dem 5. Oktober 1856 abgehalten. Ab dem 1. Oktober 1909 fanden in Glashütten sonntägliche Gottesdienste im Schulsaal statt. Das Sitzen in den engen unbeweglichen Bänken war für manchen Kirchgänger mitunter recht unbequem. Am 14. Mai 1927 traten die Gemeindevertreter und der Kirchenvorstand erstmals zusammen, um gemeinsam über den Bau einer eigenen Kirche zu beraten. Bürgermeister Dinges legte ausführliche Gründe dar, die den Gemeinderat veranlassten, den Plan zu beschleunigen. Es kommt am Ende der Aussprache zu dem einstimmigen Beschluss, den baldigen Neubau einer einfachen Kirche zu beginnen. Die Ereignisse der nachfolgenden Jahre durch Arbeitslosigkeit, Nazizeit und zweiter Weltkrieg ließen den Beschluss aus dem Jahre 1927 nicht Wirklichkeit werden. In einer Bürgerversammlung im Jahre 1948 wurde der über 20 Jahre zurückliegende Plan, eine Kirche zu bauen, wieder aufgegriffen. Die Währungsreform ließ das Vorhaben aber erneut scheitern. Am 18. November 1955 beschloss unter Vorsitz von Bürgermeister Otto Föller die Bürgerversammlung in Glashütten, mit Igelhausen und Streithain, erneut, sich eine eigene Kirche zu bauen. Man wählte zu dem Kirchenvorstand noch neun weitere Männer zum Bauausschuss, die Karl Leiß zum Ersten Vorsitzenden wählten. Der Gemeindevorstand schenkte für dieses Vorhaben einen Bauplatz am Friedhof. Am 27. Mai 1956 fand die Grundsteinlegung statt. Die eingemauerte Urkunde enthält den Text: "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Nach jahrzehntelangen Bemühungen ist es unserer Gemeinde endlich gelungen, mit Gottes Hilfe mit dem Bau einer Kirche zu beginnen. Heute, am 27. Mai 1956 haben wir den Grundstein zum Neubau unserer Kirche gelegt. Das Zeichen des Namen Jesu Christi setzen wir auf den Grundstein, wie geschrieben steht bei Paulus im 1. Brief an die Korinther im 3. Kapitel, Vers 11: Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der da gelegt ist, welcher ist Jesus Christus". Den überaus gut gelungenen Entwurf und die Bauleitung übernahm Architekt Straub aus Nidda. Um zur Finanzierung des Kirchenbaues beizutragen, hatte die Jugend von Glashütten zu einem Sing- und Spielabend im Saal Hofmann am 24. Februar 1957 eingeladen. Der Vorsitzende des Kirchenbauausschusses, Karl Leiß, gab an diesem Tag bekannt, dass in einer offenen Spendensammlung 12.500,- DM eingegangen waren. Dank mühevoller Selbsthilfe von zahllosen Gemeindemitgliedern errichtete die einheimische Firma Rack den Rohbau, zeitweise zusammen mit der Firma Kaiser aus Gelnhaar, die Firma Langlitz aus Steinberg führte die Zimmerarbeiten aus und die Firma Meuer aus Gedern die Dachdeckerarbeiten. Außerdem waren folgende Firmen beteiligt: Firma Walter aus Eichelsachsen durch Anlieferung von Baumaterialien, Firma Dinges aus Kelkheim lieferte das Holz für die Bänke, Türen, Decke und Kanzel, das durch die Firma Nos aus Glashütten verarbeitet wurde, der Glasmaler Stein aus Mainz fertigte mit der Glaswerkstatt Derix die Fenster und die künstlerisch wertvollen Chorfenster, die Firma Reuss aus Gedern führte die Elektroarbeiten aus, der Michelnauer Steinbruch lieferte Altar, Taufstein, Kanzelpodest, Fußboden und Stufen des Chorraumes, die Kunstschmiedewerkstatt Schönwand lieferte die Altar- und Taufgeräte, die Firma Otto Volz aus Zwiefalten die Lampen, die Fußbodenplatten legte die Firma Glaiber aus Gedern, der Steinbruch Franz bei Glashütten half mehrfach mit Mauersteinen, Schotter und Muttererde für die Anlage des Kirchplatzes. Die Anlagen um die Kirche wurden von den Kindern der Schule Glashütten angelegt, besät und bepflanzt. Der Schlossermeister Heinrich Scharmann aus Glashütten schmiedete als Meisterstück das etwa zwei Meter hohe Kreuz des Kirchturms, das am 25. Mai 1957 aufgezogen wurde. Die Glocken wurden am 30. Mai 1958 in der Glockengießerei Bachert in Kochendorf gegossen und am 24. Juli 1958 mit einem prächtigen Geleit vom Schulhof (jetzt Bürgerhaus) mit einem Pferdegespann von Eckart Volz zur Kirche gefahren, hochgezogen und eingebaut. Folgende Worte sind in die Glocken eingraviert und geben jeder Glocke ihre besondere Bedeutung und Läutaufgabe: Die hohe Friedens- und Gebetsglocke mit dem Ton "e": "Jesus spricht: Friede sei mit euch!" (Joh. 20,21). Durchmesser 613 Millimeter, Gewicht 128 Kilogramm. Die mittlere Sakramentsglocke mit dem Ton "d": "Christus spricht: Siehe ich mache alles neu, es ist geschehen!" (Offenb. 21,6). Durchmesser 686 Millimeter, Gewicht 178 Kilogramm. Die tiefe Vater-Unser-Glocke mit dem Ton "h": "So spricht der Herr: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" (Jesaja 43,1) Durchmesser 830 Millimeter, Gewicht 314 Kilogramm. Die Kinder der Glashütter Schule trugen zum Gelingen des Kirchenbaues bei. Neben den Außenanlagen konnten sie durch Bittbriefe wertvolle Geschenke erhalten: Die Altarbibel von Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuß mit der eigenhändigen Eintragung aus 2. Korinther 9, Vers 6: "Wer da kärglich sät, der wird kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen!" Der Ministerpräsident von Hessen, Dr. Georg August Zinn, erfreute mit einer Geldspende in Höhe von 1.000 DM.
Mit einer Bausumme von 71.500 DM stellt das Bauwerk eine in Deutschland beispiellose Leistung dar, da es bisher keine neuerbaute Kirche in dieser Größenordnung gibt, bei der die Bausumme niedriger als 100.000 DM lag.
Am 7. September 1958 wurde die neuerbaute Kirche geweiht. Von der Schule aus formierte sich ein langer Festzug. Unter dem Motto "Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat" hielt Probst Weinberger die Festpredigt. Landrat Moosdorf hatte es sich nicht nehmen lassen, Glashütten einen Besuch abzustatten und persönliche Grüße zu überbringen. Zur Unterstützung des Fonds zur Anschaffung einer Orgel stellte er den Betrag von 300 DM zu Verfügung. Nach dem Festgottesdienst und der feierlichen Weihe der Kirche und der Glocken versammelte sich die Gemeinde mit ihren Gästen im Saale Hofmann zu einem geselligen Beisammensein. Hermann Schmidt aus Glashütten übernahm im Jahre 1916 als Fünfzehnjähriger die Stelle des Kirchendieners. Aus Anlass seines 50. Dienstjubiläums fand sich die Gemeinde zu einem Gottesdienst am 22. Mai 1966 in der Kirche ein. Dabei hielt Dekan Zentgraf aus Nidda die Predigt. Leider musste die mit Natursteinen gemauerte Südostseite (Wetterseite) wegen Feuchtigkeitsschäden bereits im Jahr 1983 mit Naturschiefer verkleidet werden. In etwa das Gleiche war es beim Glockenturm, bei dem Rissbildungen und Putzabfall dazu führten, dass man sich 1989 für eine Verkleidung mit Kunstschiefer, farblich passend zum Außenputz der Kirche, entschieden hatte. In den 90 er Jahren wurden in Eigenleistung die Außenanlagen mit Bordsteinen, Palisaden und die Neuanpflanzung von Hecken und Sträuchern vorgenommen. Darüber hinaus wurden der Gemeinderaum und die Toilette renoviert. Ab dem Jahr 2000 richteten wir unser Augenmerk auf die Innengestaltung der Kirche. Die Bilder aus der Unter-Laiser Kirche konnten ausdrucksvoll beleuchtet werden und verliehen damit dem Kirchenschiff eine besondere Note. Mit der geschnitzten Petrus-Figur, Kerzenständern unterhalb der Fenster, neuen Sitzkissen, einem Teppich vor dem Altar, Teppichläufern in den Gängen, einer neuen Küchenzeile und Garderobe im Gemeinderaum, sowie den kompletten Malerarbeiten war die Innenrenovierung abgeschlossen. Zwischendurch konnten wir im Jahr 2005 das von vielen Bürgern gewünschte Vordach, das auch noch ein guter Wetterschutz für die Eingangstür ist, realisieren. Im Jahr 2007 mussten die defekten Elektroöfen erneuert werden. Rechtzeitig vor dem 50. Geburtstag unserer Kirche konnte die Außenfassade neu hergerichtet und die komplette Dachsanierung in Angriff genommen werden. Letzteres beinhaltete nicht nur die Erneuerung der First- und Ortgangausbildung, sondern auch der Dachrinnen, Kehlbleche, des kompletten Blitzschutzes und die Verkleidung der Schallluken im Kirchturm.
Zusammengetragen von Helmut Heinz
Festlied 50 Jahre Evangelische Kirche Glashütten.
1. Danke für unsre schöne Kirche, danke, o Gott, sie ist dein Haus. Danke für deinen reichen Segen, hier teilst du ihn aus.
2. Danke für 50 gute Jahre, danke, dass es die Kirche gibt. Danke, wir konnten hier erfahren, dass du uns Menschen liebst.
3. Danke, du gehst mit durch die Zeiten, danke, du stärkst uns durch dein Wort. Danke, denn du willst uns begleiten hier an diesem Ort.
Text: Pfarrerin Kerstin Hillgärtner
Liebe Bürgerinnen und Bürger von Glashütten,
zum 50 jährigen Bestehen der Evangelischen Kirche in Glashütten im Jahre 2008 gratuliere ich Ihnen hiermit ganz herzlich.
Ich verbinde damit den Wunsch und die Hoffnung, dass der Geist Gottes auch in der Zukunft bei Ihnen segensreich wirksam ist.
Vor 50 Jahren wurde die Kirche in Glashütten fertig gestellt und mit einem Festgottesdienst Ihrer Bestimmung übergeben.
Nun – fünf Jahrzehnte später – nehmen Sie diesen Termin zum Anlass, zu feiern, zu danken und die Zukunft im Lichte der
Vergangenheit zu bedenken.
50 Jahre sind eine kurze Zeit – hat man 2000 Jahre Kirchengeschichte vor Augen. Überlegt man aber, was alles in 50 Jahren
in dieser Kirche geschehen ist, was durch sie geschehen ist, welche mittelbaren und unmittelbaren Wirkungen von ihr
ausgegangen sind, so wird man eine Aufzählung schnell abbrechen müssen angesichts der Fülle der Dinge, die hier genannt
werden müssten.
Die Errichtung der Kirche spiegelt den Aufbauwillen der Nachkriegszeit und die wachsende Zuversicht der beginnenden
Wirtschaftswunderzeit. Ja, es mutet aus heutiger Perspektive ausgesprochen mutig und wahrlich zuversichtlich an, dass
eine kleine Gemeinde von rund 600 Einwohnern beschließt, sich eine eigene Kirche zu bauen. Denn auch damals war die
wirtschaftliche Lage keineswegs rosig – und daher wurden die Bauarbeiten fast komplett in Eigenleistung erledigt. Diese
bemerkenswerte Leistung, die von Durchhaltewillen, Opferbereitschaft, hohem Engagement und großer Motivation zeugt, zollt
einem noch heute Respekt ab. Darauf dürfen Sie alle dankbar – und auch ein wenig stolz sein.
Für Sie heute stellt sich nicht das Raumproblem. Gleichwohl stehen auch Sie heute vor nicht geringen Herausforderungen.
Denn diesen Raum gilt es mit Leben zu füllen zum Sinnbild und Ort einer geistlichen Ausstrahlung werden zu lassen.
Das erfordert phantasievolle Lösungen und klare Konzepte für die Wahrnehmung des kirchlichen Auftrags in einer am Gemeinwesen
orientierten Weise. Die Lebensbezüge der Bewohner heute stellen sich aufgrund der gewandelten Infrastruktur und Erwerbstätigkeit
anders dar.
Daher möchte ich allen, die in der Vergangenheit daran Anteil hatten, und all jenen, die gegenwärtig im Bereich der
Kirchengemeinde als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter, sei es haupt-, neben- oder ehrenamtlich tätig sind, für ihr Engagement
danken. So möge dieser Kirchenbau auch in der Zukunft mit Leben erfüllt sein, dem Leben der hier beheimateten Menschen dienen
und einen Beitrag zur Ausbildung eines kollektiven kulturellen Gedächtnisses Ihres Gemeinwesens leisten.
Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Steinacker
Liebe Glashütterinnen, liebe Glashütter,
vor gut eineinhalb Jahren habe ich die Glashütter Kirche das erste Mal von innen gesehen. Meine spontane Reaktion war: "Was für eine schöne Kirche, hier kann man gut Gottesdienst feiern!" Nicht zu groß, nicht zu klein, mit viel Platz im Altarraum, der Gestaltungsmöglichkeiten bei besonderen Gottesdiensten lässt. Der Ausstattung merkte man an, dass hier viele Menschen sich mit Liebe und Engagement um die Kirche bemühen – und heute weiß ich, dass das so ist! Ja, in Ihrer – inzwischen ja in unserer – Kirche spürt man, dass in ihr gelebt, geglaubt, gebetet, gefeiert wird. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, sagt der Psalmbeter. Vielen von Ihnen geht es so in Bezug auf Ihre Kirche: Sie haben sie lieb, in ihr Herz geschlossen. Und mir geht es genauso. Herzlichen Glückwunsch, liebe Glashütter Kirche! Mögen noch weitere 50 Jahre und viele Jahre mehr Menschen in dir Heimat, Gemeinschaft und Gottes Nähe finden!
Ihre Pfarrerin Kerstin Hillgärtner
Meine sehr verehrten Damen und Herren, werte Gäste dieses Jubiläumsfestes, liebe Bürger von Glashütten,
die Bürger dieses Dorfes hatten sich vor mehr als einem halben Jahrhundert eine große Aufgabe vorgenommen und diese prächtig gelöst. Das Ergebnis war eine eigene Kirche, die vor 50 Jahren eingeweiht wurde. Damals wie heute können wir alle auf das Werk stolz sein und nicht genug danken für den Mut und die Entschlossenheit der damals Verantwortlichen, dieses Gotteshaus zu erbauen. Wenn es auch am Ortsrand steht, ist es aber dennoch ein Mittelpunkt unseres Dorfes, unseres Lebens. Wir wissen heute nur noch wenig von den Sorgen einer Gemeinde ohne Gotteshaus. Viel ist seitdem Geschehen, und noch viel mehr hat sich verändert. Doch auch heute noch brauchen wir immer wieder Mut und Entschlossenheit, uns den ständigen Herausforderungen zu stellen. Diese wollen wir mit Gottes Hilfe auch weiterhin meistern.
Erich Engel, Vorsitzender
"Jubeljahre und Jubiläen haben den gleichen Wortstamm. Der Wert liegt in der Seltenheit." Karl Sanders
Die Evangelische Kirchengemeinde Ober-Lais/Glashütten hat einen seltenen und schönen Anlass ein Fest zu feiern. Vor 50 Jahren waren viele fleißige Hände im Einsatz, um ein Gotteshaus in der damaligen Gemeinde Glashütten zu erbauen. Seither ist die prächtige Kirche sowohl für die Erbauer, als auch deren Kinder und inzwischen Enkelkindern einer der ganz wichtigen Orte in der Gemeinde. Ein Ort, an dem die Menschen Freud und Leid teilen. Ein Ort, an dem gemeinsam Gottesdienste und die freudigen Ereignisse des Lebens wie Hochzeiten und Taufen gefeiert werden - an dem man aber auch zusammen kommt, um Abschied von Verstorbenen zu nehmen. Die Tatsache, dass aus beinahe jeder Familie in Glashütten Eltern oder Großeltern an dem Bau beteiligt war, erklärt ganz sicher die besondere Beziehung der Glashütter Bevölkerung zu ihrer Kirche und den berechtigten Stolz auf die Leistungen der Erbauer. Dies wird auch immer wieder damit dokumentiert, dass das Gebäude und die Umgebung mit viel ehrenamtlichem Engagement gepflegt und instand gehalten werden. Ich gratuliere der Kirchengemeinde – auch im Namen der gemeindlichen Gremien – ganz herzlich zu ihrem Jubiläumsfest und wünsche allen, gute Begegnungen in ihrer Kirche, mit Freunden, Nachbarn und Gott. Für das Festwochenende wünsche ich viele frohgelaunte Festgäste und vor allem Sonnenschein.
Mir freundlichen Grüßen
Ihre Elfriede Pfannkuche, Bürgermeisterin
Nun ist der große Tag gekommen, nun ist das lang ersehnte Ziel erreicht. Wir dürfen unser vollendetes Gotteshaus zur Ehre Gottes und zum Dienste der Gemeinde in Gebrauch nehmen. In schmucker, schlichter Gestalt, in kunstvoll würdigem Gewand steht es da. Wie viel Planen und Rechnen, wie viel Sorgen und Mühen hat es gekostet, bis alles so weit war. Dankbar sei all derer gedacht, die für das schöne Werk an dieser Kirche ihre Opfer gebracht und ihre Hände geregt haben, allen denen, die ihre Kunst, ihre Zeit und Kraft eingesetzt und auf irgend eine Weise im Großen oder im Kleinen mitgeholfen haben. Auch die seien nicht vergessen, die in der vergangenen Zeit nicht aufgehört haben, für den Bau der Kirche in aller Stille fürbittend die Hände zu falten. Der gütige, gnädige Gott hat das Werk mit seinem Segen beschenkt, hat seine schützende Hand über der Menschen Tun und Wirken gehalten und uns ein gutes Gelingen verliehen. Dieses Gotteshaus soll schon durch sein äußeres Dasein, durch den Klang seiner Glocken und durch seine eigentliche Bestimmung sein ein Signal, ein Protest gegen das Vergessen. Ein neues Zeichen im Bilde dieses Dorfes und dieser Landschaft. Wer die Straße geht oder fährt zumal von Steinberg oder Hirzenhain her, der erkennt das neue Zeichen, und wer dort draußen auf den Wiesen und Äckern an der Arbeit steht und blickt herüber zum Dorf, der gewahrt das Signal, den zum Himmel weisenden Turm mit dem Kreuz auf der Höhe: Vergiss nicht! In der Hetze, in dem Lärm des Verkehrs und der Straßen unserer Zeit vergessen wir so leicht, in dem Gefordertsein, in dem Tempo der von der Maschine bestimmten Arbeit unserer Tage, vergessen wir so leicht. Wir vergessen so leicht, wer der Herr unseres Lebens, der Gebieter der Welt ist. Gemeinde Glashütten, die du deine Straße gehst, vergiss nicht, wer dir wirklich Frieden schenkt, wer wirklich alles neu machen kann, vergiss nicht, wessen Eigentum du bist und wer dich frei macht von Furcht! Ich wollte, dass dieser Kirchweihtag auch ein Tag der Beschlagnahme der Kirche durch die Jugend wäre. Ihr sollt nicht denken, das wäre die Kirche nur für die Alten. Ihr dürft von heute an auch sagen, das ist unsere Kirche, das ist meine Kirche. Dieser Tag will uns aus der frohen Botschaft neu versichern: Wir alle, ihr Jungen wie wir Älteren, gehören dem Herrn Jesus Christus und dürfen in Freud und Leid, in Zeit und Ewigkeit sein eigen sein.
Die Pfarrerinnen und Pfarrer der Kirchengemeinde Ober-Lais/Glashütten der letzten 50 Jahre:
1952-1961 Günter Dietrich, 1961-1979 Huberta Körner, 1983-1995 Karlheinz Westenberger, 1997-2000 Friedemann vom Dahl,
2001-2005 Paul-Gerhardt Künzel
Die Küster der letzten 50 Jahre in Glashütten:
Hermann Schmidt, Reinhard Ullrich, Reinhard Hornung, Anneliese Ritzel, Hannelore Theuerle
Die ersten Amtshandlungen in der neu erbauten Kirche durch Pfarrer Dietrich:
Taufe: 9. November 1958: Angelika Anita Böck aus Glashütten
Trauung: 20. September 1958: Hermann Adolf Werner (Gelnhaar) und Lina Reinemer (Glashütten)
Konfirmation: 5. April 1959: Bernhard Unger und Gisela Reinemer
Der Kirchenvorstand im Jubiläumsjahr:
Aus Glashütten: Erich Engel (Vorsitzender), Helmut Heinz, Hartmut Dinges, Hiltrud Maurer, Erika Maurer.
Aus Ober-Lais: Rudolf Nies, Traute Böck, Walter Nies, Dieter Fischer, Michaela Fritz, Erich Weber.
Und die Pfarrerinnen Beate Henke und Kerstin Hillgärtner.
Seit 50 Jahren gehört die Evangelische Kirche Glashütten zum Dorfbild. Nachdem Schule, Lebensmittelladen und zuletzt auch der Kindergarten geschlossen wurden, ist die Kirche einer der wenigen öffentlichen Orte, wo sich Menschen begegnen können. Zu verschiedenen Veranstaltungen lädt sie Menschen jeden Alters, Männer und Frauen ein: In der Woche steht die Tür den verschiedenen Gruppen und Kreisen offen: Frauenkreis, Kirchenvorstandssitzungen, Kindergottesdienst, Konfirmandenunterricht, Besuchskreistreffen finden im kleinen Gruppenraum statt. Sonntags und zu den Feiertagen rufen die Glocken zum Gottesdienst. Dann ist der Kirchenraum gefüllt mit Gesang, Gebet, bietet Raum das eigene Leben im Licht Gottes zu bedenken, Zuspruch und Kraft für die kommende Zeit zu bekommen. Für viele, die den Friedhof besuchen, ist die direkte Nähe der Kirche wohltuend. 50 Jahre lang begleitet das Kirchengebäude nun schon den Lebensweg der Menschen in Glashütten. An verschiedenen "Meilensteinen" des Lebens erinnert sie daran, dass wir unser Leben Gott verdanken und nicht unserer eigenen Kraft trauen müssen. In der Kirche haben viele von Ihnen Gottes Segen bei verschiedenen Anlässen empfangen: Taufe, Konfirmation, Trauung, Taufe und Konfirmation der eigenen Kinder und schließlich auch die Beerdigung sind solche Meilensteine. So manchen Weg hoch zur Kirche sind sie leichtfüßig gegangen, manches Mal ist der Weg schwer gefallen. Weitere Wege wird es geben, sie wird auch in den nächsten Jahren – so Gott will – das Leben hier begleiten und da zugehören. Immer wieder ist unsere Kirche lebendig durch alle, die in ihr aus- und eingehen. Treffpunkt ist sie und doch auch ein besonderer Ort, ein heiliger Raum, der sich unterscheidet von anderen öffentlichen Räumen. Wer sich still in die Kirche setzt, Altar, das Altarfenster, die alten Bilder aus der Johanniterkirche auf sich wirken lässt, wird es spüren: Hier ist gut sein. Ich bin nicht allein. Gott geht meine Wege mit.
Pfarrerin Kerstin Hillgärtner
sagen wir allen, die zum Gelingen dieses Jubiläumsfestes beigetragen haben. Dazu gehören die vielen Helferinnen und Helfer vor und während des Festes. Wir sagen auch Danke für alle Text– und Bildbeiträge, wir sagen Danke den vielen Mitwirkenden bei der Gestaltung des Gottesdienstes und des Festabends. Danke sagen wir auch unserem Kirchenpräsidenten, Herrn Professor Steinacker, für die Übernahme der Schirmherrschaft. Danke sagen wir auch für die unbürokratische Bereitstellung des noch nicht fertig gestellten Bürgerhauses und die Sicherung unseres kleines Festzuges durch die Freiwillige Feuerwehr.
Der Glashütter Kirchenvorstand
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